Lautstärke und Panorama

fader pan
(Auszug aus Kapitel 7 „Lautstärke und Panorama“ aus meinem kostenlosen eBook „Musik ist keine Raketenwissenschaft“)

Die Lautstärke- und Panoramaregler sind wohl die „Effekte“ mit der geringsten Beachtung und vielen gar nicht als „Effekt“ bewusst. Dabei sind gerade diese beiden sehr mächtige, wenn nicht sogar DIE mächtigsten Werkzeuge in Deinem Arsenal. Wenn Du gar nichts anderes zur Verfügung hättest, um einen Song zu mixen, keinen Kompressor oder Equalizer, keinen Hall und Delay, gar nichts, so könntest Du mit der Lautstärke und dem Panorama alleine immer noch problemlos einen Song mixen und zu einem wunderbaren Ergebnis kommen.

Die Lautstärkeregler regeln wie laut oder leise ein Signal im Mix ist und die Panoramaregler bestimmen die Position im Stereofeld, also wie weit links oder rechts ein Signal liegt. Zu den Lautstärkereglern muss wohl nichts mehr gesagt werden. Die Panoramaregler funktionieren eigentlich auch wie Lautstärkeregler. Drehst Du ein Signal nach links so ist es in der linken Box lauter und in der rechten leiser. Drehst Du es ganz nach links, ist das Signal nur noch aus der linken Box zu hören, aus der rechten überhaupt nicht mehr (die Lautstärke auf der linken Box ist also voll aufgedreht während die Lautstärke der rechten Box vollständig verringert wurde). Auf der anderen Seite funktioniert das selbstverständlich genau so. Und wenn ein Signal zur gleichen Zeit und mit gleicher Lautstärke aus beiden Boxen kommt, so sitzt es in der Mitte, obwohl dort gar keine Box ist. Dieses Phänomen heißt Phantommitte.
Ich stelle mir einen Mix gerne dreidimensional vor. Es gibt links und rechts (Panorama), oben und unten (Lautstärke) und vorne und hinten (Tiefenstaffelung). Mit den beiden Werkzeugen in diesem Kapitel kannst Du also schon 2 dieser 3 Dimensionen direkt beeinflussen. (Die Tiefenstaffelung auch schon ein bisschen, denn Signale, die weiter weg sind, sind natürlich leiser. Hierfür konzentrieren wir uns aber später noch auf Equalizer und Hall).

Welchen Einfluss haben denn diese Dimensionen auf den Mix, den Klang, den Eindruck, den das Hören eines Songs hinterlässt? In einem Song gibt es verschiedene Elemente, z.B. Drums, Bass, Gitarren, Keyboards, Synthesizer, Triangel und natürlich die Stimme. Je nach Song ist das eine Instrument mehr oder weniger „wichtig“ und soll daher mehr oder weniger präsent sein, die Stimme soll oft z.B. natürlich im Vordergrund liegen und doch soll man alles irgendwie hören können und das obwohl es nur 2 Boxen gibt, durch die alle diese Informationen in die materielle Welt transportiert werden. So ist es natürlich hilfreich, wenn sich all diese Elemente in ihrer Position ein bisschen aus dem Weg gehen können, was Du mit der Lautstärke und dem Panorama wunderbar erreichen kannst. Wenn dann später noch die dritte Dimension durch die Tiefenstaffelung hinzu kommt, hast Du alle Voraussetzungen um ein plastisches dreidimensionales „Bild“ zu erschaffen. Was präsenter sein soll, ist lauter und liegt nicht so tief im Raum, andere Elemente werden leiser und weiter hinten platziert, um unauffälliger zu sein, wichtige Elemente, die aber nicht an erster Stelle stehen, können z.B. an die Seiten gepannt werden usw.

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